Die Workshops finden am Samstag von 11.15 Uhr bis 12.45 Uhr statt.

Von „deutschen Lehrmeistern“ und „griechischen Hausaufgaben“ – Krise und Austerität in Europa

Die anhaltende Krise und Krisenpolitik in Form von drastischen Sparprogrammen hat vor allem in den Ländern des europäischen Südens zu massiven sozialen Verwerfungen geführt, die nicht zuletzt auch junge Menschen betreffen. So bewegt sich die Jugendarbeitslosigkeitsquote in Krisenländern wie Griechenland (38,5 %), Spanien (32,7 %) und Italien (31,9 %) seit Jahren auf einem extrem hohen Niveau. In manchen Regionen wie Sizilien hat sogar mehr als die Hälfte der 15- bis 24-Jährigen keinen Job und ist daher auf die finanzielle Unterstützung ihrer Familien angewiesen. Ein weiteres großes Problem ist die Abwanderung junger, gut ausgebildeter Menschen. In Griechenland haben seit 2010 etwa 360.000 Menschen das Land verlassen, darunter viele mit Hochschulabschluss. Die Folgen dieses Braindrains führen bereits jetzt zum Beispiel im Gesundheitswesen zu einer Versorgungslücke und werden voraussichtlich noch Jahrzehnte zu spüren sein.

Dies alles sind auch Folgen einer spezifischen Krisenbearbeitung, bei der soziale Infrastruktur zurückgebaut und auf Minimierung der Staatsausgaben gesetzt wird. Im Workshop werden wir herausarbeiten, dass Austeritätspolitik keinesfalls alternativlos und die einzig denkbare Form der Krisenbearbeitung ist, dass jedoch die Ideologie ausgeglichener Haushalte nicht zufällig nach der Krise des Fordismus zum hegemonialen Paradigma wurde. Seit Mitte der 1970er Jahre setzte sich das „politische Projekt der Austerität“ (Ingo Stützle) erstmals in nationalstaatlichen Wirtschaftspolitiken, später auch mit Konsolidierung der EU europaweit durch, wo es besonders von Deutschland vorangetrieben wurde. Interaktiv und mit Bezug auf Primärquellen sollen im Workshop sowohl historische als auch machtpolitische Voraussetzungen dieser Wirtschaftspolitik herausgearbeitet werden. Dabei nehmen wir zum einen den „verdrängten Ursprung“ (Hauke Brunkhorst) der autoritär durchgesetzten ökonomischen und politischen Integration der Europäischen Union und zum anderen die gegenwärtige Radikalisierung von ökonomischem Autoritarismus und Entdemokratisierung in den Blick.

Der Workshop verfolgt damit drei Ziele: Erstens soll eine Bestandsaufnahme des aktuellen Zustands der Europäischen Union und der sozialen Folgen der Sparpolitik erarbeitet, zweitens eine ideologiekritische Analyse der gegenwärtigen und historischen politökonomischen Bedingungen geleistet und drittens solidarische Alternativen zu dieser nur vermeintlich alternativlosen Politik diskutiert werden.

Referentin: Mirko Broll, wiss. Mitarbeiter am Institut für Soziologie der LMU München

Europäischer Föderalismus – Schnapsidee oder Europas Rettung?

Die Vereinigten Staaten von Europa – Europäischer Föderalismus? Die Ideen und Konzepte solcher Ideen sind schon fast über 100 Jahre alt. Doch was steckt eigentlich genau dahinter? Woher kommt die Idee des europäischen Föderalismus, was hat die EU derzeit damit zu tun und könnte es sich hierbei um ein tragfähiges Modell der Zukunft handeln?
Wir haben Pia Schulte von den Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) Deutschland eingeladen, um mit uns darüber zu reden, Wissen zu vermitteln und zu diskutieren. Denn am Ende gilt es, die Frage zu klären: Europäischer Föderalismus – Schnapsidee oder Europas Rettung?!

Referentin: Pia Schulte, stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungen Europäischen Föderalisten

Climate beyond borders – System Change not Climate Change!

Die Klimabewegung ist im Aufwind und gewinnt an Einfluss! Ob Schulstreiks mit FridaysForFuture oder Aktionen wie Ende Gelände – in ganz Europa sprießen Initiativen aus dem Boden, die sich für eine gerechte Welt und eine lebenswerte Zukunft einsetzen. Gleichzeitig, und das zeigt sich auch an dem Klimabewegungsdiskurs über die Kohlekomission, birgt dies Aufsprießen auch politisches Spannungspotential. Doch was genau geht in Deutschland und Europa in der Klimabewegung eigentlich gerade ab? Wieso finden immer mehr Menschen zur Klimabewegung? Wie kann die Grüne Jugend als Organisation aber auch die Klimabewegung als solche darauf reagieren? Und wie können wir mit dem Spannungspotential umgehen?

In dem Workshop werden wir die Fragen diskutieren.  Für die Diskussion haben wir Linus von den FridaysForFuture sowie Sina Reisch von Ende Gelände eingeladen.

Referent*innen: Linus Steinmetz, FridaysForFuture, Sina Reisch, Ende Gelände

Schafft die EU das Internet ab? – EU-Urheberrechtsreform

Seitdem sich im Februar EU-Kommission, EU-Parlament und die Regierungen der Mitgliedstaaten auf einen gemeinsamen Vorschlag zur EU-Urheberrechtsreform geeinigt hatten, ist die Aufregung groß – Begriffe wie Uploadfilter, #SaveYourInternet, Artikel 13 oder Leistungsschutzrecht sind in aller Munde. Aber was steht eigentlich im Text drin? Wie konnte es so weit kommen? Der Workshop möchte aufzeigen, was die Reform eigentlich für das Internet und die Medien bedeutet und den Entstehungsprozess innerhalb der EU-Institutionen beleuchten.

Anschließend wollen wir mit euch diskutieren und erarbeiten, wie es nach der finalen Abstimmung im EU-Parlament weitergehen kann, denn unabhängig wie die Abstimmung ausgeht bzw. ausgegangen ist, bleibt es Aufgabe für ein Urheber- und Medienrecht, das dem digitalen Wandel gerecht wird, zu kämpfen und Schlüsse für die Auseinandersetzung mit den noch kommenden anderen digitalpolitischen Vorschlägen der EU-Kommission zu ziehen.

Spuren des Kolonialismus: Afrikanische Raubkunst in Europa

Während der Kolonialzeit haben die europäischen Großmächte ihre Kolonien systematisch unterdrückt, ökonomisch ausgebeutet und die lokale Bevölkerung ihres kulturellen und spirituellen Erbes beraubt. Kunst- und Kulturobjekte, die wir heute in europäischen Museen finden, wurden häufig gestohlen oder unter Zwang verschenkt und verkauft. Bis heute befinden sich rund 90% der afrikanischen Kulturgüter in Europa, überhaupt in den Sammlungen ethnologischer Museen.

Diese Aufrechterhaltung eines kolonialen Systems von Aneignung und Entfremdung wurde bis vor kurzen von Vertreter*innen der Kulturpolitik als alternativlos dargestellt. Unlängst gab es in Frankreich erste Vorstöße, politisch den Weg für eine bedingungslose Rückgabe von Raubkunst zu ebnen. In Berlin wiederum sollen im Humboldt-Forum im Zentrum der Stadt ab Ende 2019 die Sammlungen des Ethnologischen Museum Berlins ausgestellt werden, die zu großen Teilen auch im kolonialen Kontext erworben wurden. Seit Jahren protestieren Aktivist*innen von „No Humboldt 21!“ gegen diese Kulturpolitik und werden in diesem Workshop von ihrer Arbeit, ihrer Kritik und ihren Erfahrungen erzählen.

Referentin: Mareike Heller, Africavenir

Rechte Aufmärsche in Europa – what’s the difference

Rechte und neonazistische Aufmärsche gibt es nicht nur in Deutschland, sondern in allen europäischen Staaten. Manche sind größer, manche kleiner. Einiges mag einem bekannt vorkommen, doch es gibt auch große Unterschiede.

Im Vortrag geht es vor allem um die Unterschiede im Vergleich zu den deutschen Neonaziaufmärschen.

Wie präsentieren sich die Rechten? Wie frei können sie agieren? Wie agiert der antifaschistische Counterpart? Und was machen die staatlichen Strukturen, wenn sie auf Neonazis und Antifas treffen, wie ist ihr Auftreten?

Die Beispiele Finnland, Schweden, Schweiz und Ungarn dienen dabei auch zur Reflexion der Situation in Deutschland. Kann man was von den Nachbarn lernen oder jammert der deutsche Antifa nur gern und viel? Sören Kohlhuber beobachtet seit einigen Jahren rechte Aufmärsche und die Gegenaktivitäten in Deutschland, aber mittlerweile auch immer wieder im europäischen Ausland. Er nimmt uns gedanklich mit auf eine Tour, ohne dass wir den Raum verlassen müssen.

Anschließend ist Raum für gemeinsame Reflexion, Fragen und Diskussion.

Referent: Sören Kohlhuber, Freier Journalist

Wir machen die EU zur Minderheiten- und Menschenrechtsunion!

Wie ist die Lage von LGBTIQ* (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Intersexuals und Queer*) in den EU-Mitgliedsstaaten und was können wir gegen Diskriminierung und für Gleichstellung tun? Diese beiden Fragen stellen wir uns in diesem Workshop.

Die Mitgliedschaft in der Europäischen Union hat in vielen Ländern die Lebenssituation von LGBTIQ* erheblich verbessert. Die EU hat starke Impulse gesetzt für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung. Auch in Deutschland wäre es ohne die Antidiskriminierungsrichtlinien der EU nicht gelungen, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz durchzusetzen. Die EU-Grundrechtecharta enthält ein Verbot der Diskriminierung aufgrund der „sexuellen Ausrichtung“.

Doch Minderheitenrechte sind als erstes bedroht, wenn rechte Kräfte an Macht gewinnen. Die Gefahr eines gesellschaftlichen Rollbacks bedroht unsere Freiheit. Rechte Parteien, sogannante Lebensschützer*innen und Anti-Feminist*innen mobilisieren sich, um die körperliche Selbstbestimmung von Frauen* einzuschränken, um queere Aufklärungskampagnen zu stoppen und die Rechte von Minderheiten zu untergraben.

Als GRÜNE JUGEND stehen wir an der Seite von LGBTIQ* und kämpfen dafür, dass jede*r frei und selbstbestimmt leben und lieben kann. Bündnis 90/Die Grünen formulieren in ihrem Wahlprogramm spannende Ziele, die wir gerne mit euch diskutieren möchten:

  • mehr Geld für das „Programm für die Förderung von Vielfalt“
  • die europaweite Anerkennung eingetragener Partnerschaften, gleichgeschlechtlicher Ehen und Regenbogenfamilien
  • eine einfache Änderung des Personenstandes bei Anpassung der Geschlechtszugehörigkeit
  • den Wegfall von entwürdigenden Gutachten bei der Geschlechtsanpassung

Wir freuen uns sehr über den Besuch von Rasmus, der lange Jahre sehr aktiv in der GRÜNEN JUGEND gewesen ist und uns seine Vision einer Minderheiten- und Menschenrechtsunion näher bringen wird. Nach einem 20 minütigen Input gibt es ausreichend Gelegenheit für Fragen und Diskussionen.

Referent: Rasmus Andresen, Landtagsabgeordneter und Vizepräsident des Landtags von Schleswig-Holstein, Kandidat für die Europawahl

What happens after the Brexit – ist ein soziales Großbritannien auch danach noch möglich?

Der Brexit bringt jeden Tag neue Schlagzeilen und für die Menschen in Großbritannien aber auch in der ganzen EU große Fragen mit sich? Wird man nach dem Brexit noch als International in GB studieren können, wie sieht es mit den Menschen aus, die dort arbeiten wollen und kann man nach dem Brexit noch seine Freund*innen ohne Visum besuchen?

Doch der Brexit bedeutet für die jungen Menschen in GB noch viel mehr, sie fürchten um ihr Sozialsystem, um Absicherung um Perspektiven. Der Brexit bringt nämlich vor allem im Gesundheits-, Arbeits- und Sozialsystem Änderungen mit sich, die den jungen Menschen vor Ort vor allem Angst bereiten. Deswegen haben wir Liam, dem Sprecher der Young Greens of England and Wales eingeladen, um euch die Situation der jungen Menschen in Großbritannien näher zu bringen. Zusammen mit ihm wollen wir die Folgen des Brexit für junge Menschen diskutieren und feststellen was die Lösungsansätze der Grünen sein können, um jungen Menschen trotz eines Brexit eine Perspektive zu bieten.

Dieser Workshop wird in englischer Sprache gehalten. Wir organisieren Flüsterübersetzung dafür.

Referent: Liam McLelland, Young Greens England & Wales

We <3 feminist Europe

Der Blick über den eigenen Müslischalenrand hinaus ist wichtig: Welche feministischen Themen und Kämpfe sind europaweit gerade relevant? Wir werden von verschiedenen feministischen Kämpfen hören, wie dem der Frauen in Polen, die für ihr Recht kämpfen, Abtreiben zu dürfen und aus der Türkei, wo Frauen tagtäglich gegen ein sich erschwerendes patriarchales Politisches System und eine patriarchale Regierung kämpfen. Was können wir voneinander lernen, wie uns vernetzen und unterstützen, vor allem auch angesichts eines Rechtsrucks, der sich immer auch gegen FIT*Rechte wendet?
Lasst uns feministisch weiterdenken und diskutieren!

Referentin: Franziska Sanders

Zur Kritik des Festungskapitalismus. Einführung in das europäische Grenzregime

Die gegenwärtigen Tendenzen in den Grenzregimen Europas und der USA laufen auf einen ›autoritären Festungskapitalismus‹ hinaus: Während ein großer Teil der Weltbevölkerung, ungleich verteilt, in Elend und Perspektivlosigkeit lebt, sind Europäische Kommission, EU-Regierungen und Trump-Administration bemüht, ihre Inseln relativen Wohlstands repressiv und festungsgleich nach innen und außen abzusichern. Der Workshop hat zwei Teile. Der erste Teil umfasst einen Input-Vortrag zu aktuellen Tendenzen des EU-Grenzregimes und zu dessen Verflechtung mit kapitalistischen Widersprüchen. Im zweiten Teil werden in einer Gruppenphase Fragen der Teilnehmer*innen zum EU-Grenzregime gesammelt und anschließend gemeinsam und dialogisch beantwortet.
Dr. Fabian Georgi forscht an der Universität Marburg zu Migrations- und Grenzregimen im Kapitalismus und wird in diesem Workshop einen Überblick über die aktuelle Situation und Hintergründe über den europäischen Umgang mit Geflüchteten geben.

Referent: Fabian Georgi

Klimawandel und Migration: Einblicke aus der Feldforschung im asiatisch-pazifischen Raum und aktueller Handlungsbedarf

Der Klimawandel könnte über die kommenden Jahrzehnte die Bewohnbarkeit besonders exponierter Gebiete reduzieren – sei es durch die erhöhte Frequenz von Extremwetterereignissen, eine veränderte Regenfallvariabilität, den Meeresspiegelanstieg oder die begrenzte Anpassungsfähigkeit der Bevölkerung. Wenn vor Ort, keine Anpassung an die veränderte Umwelt mehr möglich ist, kann es zunehmend zu klimabedingter Migration kommen. In diesem Workshop werden wir darüber reden, was Klimamigration ist, wo es Abgrenzungen zu anderen Formen der Migration gibt und mit welchen Strategien einer Zwangsmigration entgegengewirkt werden kann. Dabei wird es insbesondere um die Frage gehen, ob Migration eine effektive Anpassungsstrategie an den Klimawandel sein kann und welcher Handlungsbedarf national und international besteht. Die Thematik wird anhand von zwei Regionen vorgestellt: Bangladesch und den Marshallinseln. Beide Länder sind aus unterschiedlichen Gründen besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen.

Referentin: Kira Vinke, Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung

Die Verfassungsgerichtsbarkeit und die Demokratie

Die Justiz in Europa ist unter Druck. Rechte Regierungen versuchen zunehmend, den Einfluss und die Unabhängigkeit von Gerichten zu beschneiden. Medien diffamieren Richter_innen wegen ihrer Entscheidungen als enemy of the people. Besonders betroffen ist die naturgemäß politische Verfassungsgerichtsbarkeit. Tatsächlich können Verfassungsgerichte erheblichen politschen Einfluss ausüben. In Deutschland können acht mittelbar gewählte Verfassungsrichter_innen Gesetze der über 600 unmittelbar gewählten Abgeordneten aufheben. In diesem Workshop wollen wir zunächst erarbeiten, wie das Verfassungsgericht arbeitet und entscheidet, wo die Richter_innen herkommen, welche Mechanismen es mit Macht ausstatten und welche Mechanismen seine Macht begrenzen, also kurz, wie es als Institution funktioniert und sich in das politische System einfügt. Anschließend möchte ich nach einem kurzen Vergleich zu anderen Staaten über Legitimation, Arbeit und Anspruch des Gerichts diskutieren.

Referent: Max Noll

Feindbild Klimaschützerin – Der rechte Hass auf Klimaaktivist*innen zwischen Sexismus, Heimatideologie und Gewissenserleichterung

In den letzten Monaten hat sich in rechten Kreisen, vom rechtskonservativen Feuilleton bis zu rechtsextremen Gruppen, ein neues Lieblingsfeindbild etabliert: die Klimaschützerin. Die Referentin Ricarda Lang war im letzten Jahr massiven Angriffen von Rechten ausgesetzt, nachdem sie gefordert hatte, dass Menschen, die durch den Klimawandel ihre Lebensgrundlage verlieren, die Staatsbürgerschaft in europäischen Staaten bekommen sollen. Und bekannte Gesichter rund um die Bewegung #FridaysForFuture wie Greta Thunberg oder Luisa Neubauer werden für individuelle Konsumentscheidungen beleidigt und zu den Vorreiterinnen einer kosmopolitischen Elite gemacht, die es sich zum Ziel gesetzt habe, den Bürger*innen unter dem Vorwand des Klimaschutzes die Freiheit zu nehmen. Dabei ist es kein Zufall, dass die Hetze vor allem Frauen trifft. Der Vortrag dreht sich um die Frage, wie sich der Hass auf Klimaschützerinnen im Kontext eines rechten Frauenbilds und einer völkischen Ideologie von Umweltschutz als Heimatschutz entwickelt. Außerdem soll er verdeutlichen, inwieweit das Feindbild Klimaschützerin als Projektion des eigenen Unbehagens mit der andauernden Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlage funktioniert, und so der Gewissenserleichterung in einer Gesellschaft dient, in der der Erhalt dieser Lebensgrundlage oft nur noch an Hand von Maßstäben des individuellen Konsums verhandelt wird. Darauf aufbauend wollen wir darüber diskutieren, welches Potenzial sich aus der Reflektion auf diese Angriffe für eine linke Klimapolitik ergibt, die beim Klimaschutz über die moralische Bewertung von Einzelentscheidungen und damit auch die vorgegebenen Regeln des kapitalistischen Systems hinaus denkt.

Referentin: Ricarda Lang, Bundessprecherin