Die Feministischen Workshops finden am Freitag von 20.15 bis 21.45 Uhr statt.

Du kannst dich bis zum 11. November auf dieser Seite für die Workshops anmelden.

Die Hälfte der Macht?! – Feministische Gesellschaftskritik und junggrüne Geschlechterpolitiken

Für Einsteiger*innen

Wir leben im 21. Jahrhundert, das Frauenwahlrecht feiert seinen 100. Geburtstag und der Auftrag zu einer aktiven Gleichstellungspolitik ist in der Verfassung verankert – viele behaupten, wir hätten doch schon alles erreicht und Feminismus sei damit überflüssig geworden. Lohnunterschiede, Angriffe auf das Selbstbestimmungsrecht von Frauen oder tief verankerte Geschlechterrollen zeigen uns jedoch, dass der Kampf um die Gleichberechtigung der Geschlechter noch nicht beendet ist. Geschlecht ist immer noch eine relevante Kategorie, wenn es um die gesellschaftliche Verteilung von Macht, Ressourcen und Sichtbarkeit geht. Doch wie funktioniert das Geschlechterverhältnis eigentlich? Gibt es das Patriarchat noch und was bedeutet es? Gemeinsam wollen wir uns einen Überblick über dieses komplexe Themenfeld verschaffen und darüber sprechen welche Strategien und Instrumente es bei der GRÜNEN JUGEND gibt, der strukturellen Benachteiligung von Frauen-, Inter- und Transpersonen entgegenzuwirken.

Referentin: Mariella Kessler, Lena Beier
Wo: E-2

 

Empowerment für Transpersonen

Der Workshop richtet sich an Personen, die sich als trans*, nicht-binär oder genderqueer definieren oder momentan unsicher über ihre Geschlechtsidentität sind. Wir wollen gemeinsam dem Alltagsstress von Diskriminierungen, Dysphorie und Erklärungsnot etwas entgegensetzen. Dafür wollen wir unsere Stärken, Visionen, sowie unsere Liebe zu uns selbst und zur Community aktivieren. Über uns: Wir sind drei Trans*Personen aus Köln, die dort auch die Transpride organisiert haben.

Referent*innen: Luca, Helix und Hannu
Wo: E-3

 

Stronger together: Wie funktioniert feministisches Networking?

Old Boys Clubs, informeller Austausch beim Bier und die kurzen Absprachen bei der Zigarette – Politik funktioniert an vielen Stellen über informelle Netzwerke. Diese werden von Männern oft sehr stark genutzt, Frauen werden bewusst oder unbewusst ausgeschlossen. Doch Networking ist keine Männersache. In diesem Workshop werden wir uns kritisch mit der Funktion von Netzwerken in politischen Zusammenhängen beschäftigen, über die Chancen von feministischem Networking sprechen und Möglichkeiten aufzeigen, wie wir dieses in unserer alltäglichen politischen Arbeit verankern können.

Referentin: Ricarda Lang, 24, ist seit 2017 Bundessprecherin und arbeitet vor allem zu den Themen Feminismus und Antifaschismus. Außerdem studiert sie mal mehr, gerade eher weniger Rechtswissenschaften in Berlin.
Wo: E-4

„Femme-Feindlichkeit“ oder Handicap: Weiblichkeit – Über Geschlechterbilder, Macht & Feminismus.

Mädchen, Tussi oder Tunte. Wer weiblich oder verweiblicht ist macht sich angreifbar oder gilt als schwach. Dabei ist es völlig gleich, ob wir Frau oder Mann sind, einem anderen oder keinem Geschlecht angehören. Macht scheint maskulin und auch für viele Strömungen des Feminismus gilt Weiblichkeit & Femininität als Konstrukt männergemachter, patriarchaler Unterdrückung. Müssen wir Glitzer und Blumen also auf dem Weg nach oben zurücklassen? Eine Diskussion.

Für die Teilnahme am Workshop sind Grundkenntnisse von queerfeministischen Debatten von Vorteil, aber auch Neueinsteiger*innen können teilnehmen.

Referentin: Nyke Slawik
Wo: E-5

What a man?! – Männlichkeit(en) im Geschlechterverhältnis

Für alle Interessierten

Als feministischer Verband setzen wir uns zu Recht sehr viel mit der Situation von Frauen im Patriarchat auseinander. Doch der kritische Blick auf gesellschaftliche Unterdrückungsmechanismen, insbesondere das Geschlechterverhältnis, erfordert auch eine Beschäftigung mit Männlichkeit(en). Was bedeutet Männlichkeit, wie funktionieren vergeschlechtlichte Machtverhältnisse, warum sollte man Männlichkeit im Plural denken? Neben einem theoretischen Abriss zum Themenkomplex, werden wir uns zudem mit strukturellen Fragen auseinandersetzen: Was bedeutet männliche Sozialisation, im Vergleich zu weiblicher Sozialisation, für politisches Engagement und für unseren Verband? Welche Instrumente können wir nutzen, um struktureller Benachteiligung entgegenzuwirken?

Referent: Jan Schnorrenberg, Mitarbeiter der Presseabteilung im Schwulen Museum
Wo: E-6

Und was ist, wenn du den Job nur bekommen hast, weil es keine Quote gab?

Für Einsteiger*innen und Fortgeschrittene

In der Debatte um Frauenquoten in Führungspositionen in Wirtschaft und Politik hört man häufig den Vorwurf, die Frauenquote stelle eine Diskriminierung von Männern dar und „Quotenfrauen“ bekämen ihre Jobs eben nur wegen dieser Quote. Aber gleichzeitig fragen wir viel zu selten, wieso die Hälfte der Macht immer noch nicht den Frauen gehört. Strukturelle Bedingungen in unserer Gesellschaft stellen Frauen nach wie vor vor zusätzliche Hindernisse auf ihrem Weg hin zu Führungspositionen. Dieser Workshop will die Quote von allen Seiten beleuchten: Welche Argumente sprechen für sie? Wieso ist die Quote dennoch nicht die perfekte Lösung? Welche verschiedenen Quotenregelungen gibt es? Außerdem schauen wir uns empirische Ergebnisse zur Wirkung von Frauenquoten an. Aber natürlich ist die Quote nicht nur für unsere Gesellschaft als ganzes interessant, sondern ebenso ein zentrales Instrument der Frauen-, Inter- und Trans-Förderung innerhalb der Grünen Jugend. Im zweiten Teil des Workshops wollen wir deshalb den Fragen nachgehen, wie unsere Quote aussieht, welche Eigenheiten es mit sich bringt, wenn wir diese Quote nicht nur bei Ämtern sondern auch bei Redebeiträgen oder Referierenden durchsetzen und ob es noch Veränderungsbedarf gibt. Der ganze Workshop soll nicht nur Input bieten, sondern auch Raum zur Diskussion bieten und ist sowohl für Einsteiger*innen als auch für Fortgeschrittene geeignet.

Referentin: Anne Steuernagel, Beisitzerin im Bundesvorstand
Wo: O-1

Tuntigkeit, Drag und Travestie in Theorie und Praxis

Für alle Interessierten

In einem offenen Vortragsformat geht es zunächst um die Hintergründe und Ursprünge von Tuntigkeit, Drag und Travestie – oder allgemeiner dem Spiel mit Geschlechterperformances. Unterschiede und Gemeinsamkeiten, sowohl in der Historie als auch heute, werden dabei in den Blick genommen. Anschließend liegt besonderes Augenmerk auf Tuntigkeit und ihrer spezifischen deutschen Geschichte sowie dem politischen Potential, das mit ihr einhergeht.

Im Anschluss an den ersten Teil des Workshops wird es die Möglichkeit geben, sich selbst im Spiel mit Geschlechternormen auszuprobieren. Dafür wird es den Fummelfundus geben. Er lädt dazu ein mit den bereitgestellten Materialien das zuvor Gehörte als Gruppe praktisch anzuwenden.

Jede*r ist herzlich dazu eingeladen aussortierte Schminkutensilien oder abgelegte Kleidungsstücke und Schuhe den anderen Teilnehmer*innen im Fummelfundus zur Verfügung zu stellen.

Referent*in: Stephan Baglikow, auch bekannt als Lana del Gay, ist eine Polittunte aus Berlin und als solche im Tuntenkollektiv Rat der Ranzigen aktiv. In ihrem Studium der Kulturwissenschaften in Lüneburg und heute im Master Gender Studies an der HU Berlin verbindet sie Wissenschaft mit ihrem politischen Engagement. Teile des Vortrags basieren auf ihrer Bachelorarbeit über das Politische der Tunte.
Wo: E-1